Der ehrliche Ratgeber für Familien: Bildschirmzeit, App-Empfehlungen nach Alter, Geräte-Einrichtung mit Kindersicherung und alles über Social Media & KI – komplett kostenlos, ohne Werbung.
Quellen: KIM-Studie 2024, JIM-Studie 2025 (mpfs)
Empfehlungen
Jedes Alter hat andere Bedürfnisse – und andere Risiken. Klicke auf deine Altersgruppe.
Gehirnentwicklung hat oberste Priorität – Bildschirme so wenig wie möglich.
Wissenschaftlicher Hintergrund für Eltern
Erste bewusste Begegnung mit Medien – immer begleitet.
Vor dem ersten Gerät – was muss ich regeln?
Schule, Spielzeit, erste soziale Medien – Regeln und Begleitung bleiben wichtig.
Schritt für Schritt zum sicheren Einstieg
Social Media taucht auf – Medienkompetenz wird zur Überlebensfähigkeit.
Was Eltern wissen müssen
Mehr Freiheit, mehr Eigenverantwortung – und echte Medienkompetenz.
Von Regeln zu Vertrauen und Dialog
Empfehlungen der WHO & Kinderärzte
Diese Empfehlungen basieren auf WHO, AAP (Amerikanische Akademie für Pädiatrie) und der deutschen BIÖG. Schulische Nutzung zählt nicht dazu.
| Alter | Empfehlung | Wichtige Bedingungen | Orientierung |
|---|---|---|---|
| 0–18 Monate | Keine Bildschirmzeit | Ausnahme: Videoanrufe mit Bezugspersonen (nur mit Erwachsenem zusammen) | |
| 18 Mo – 3 J. | Max. 30 Min/Tag | Immer gemeinsam mit Elternteil, nur ruhige, bildungsnahe Inhalte | |
| 3–6 Jahre | 30–60 Min/Tag | Nicht täglich, keine Autoplay-Funktion, kein Gerät vor dem Schlafen | |
| 6–10 Jahre | Max. 60 Min/Tag | Feste Zeiten vereinbaren; Hausaufgaben-Digitales separat | |
| 10–14 Jahre | Alter × 10 Min | 12-Jährige = 120 Min. Qualität wichtiger als Menge. Keine Handys im Bett. | |
| 14+ Jahre | Qualität + Balance | Schlaf (≥9 Std.), Sport, echte Sozialkontakte dürfen nicht leiden |
Wichtiger Hinweis: Die AAP empfiehlt seit 2024 ausdrücklich, bei Schulkindern und Jugendlichen nicht mehr auf starre Minutengrenzen zu setzen, sondern auf Qualität, Kontext und Balance. Ein Gespräch über eine YouTube-Doku über Astronomie ist anders zu bewerten als passives Endlos-Scrollen.
Schritt-für-Schritt-Anleitungen
Wähle dein Gerät und folge der Anleitung. In 15–30 Minuten ist alles eingerichtet.
Screen Time & Familienfreigabe
Einstellungen → dein Name → Familienfreigabe → Mitglied hinzufügen. Erstelle eine Apple ID für dein Kind (ohne Kreditkarte erforderlich unter 13 Jahren).
Einstellungen → Bildschirmzeit → Aktivieren → Das ist das iPhone meines Kindes. Setze einen 4–6-stelligen Screen-Time-Code (nicht deine normale PIN!).
Bildschirmzeit → Kommunikationslimits → Legt fest, wen dein Kind anrufen und anschreiben kann. Empfehlung: nur Kontakte, bei unter 13 nur deine Nummern.
Bildschirmzeit → App-Limits → Kategorie hinzufügen. Für Social Media, Spiele und Unterhaltung separate Limits setzen. Tipp: „Immer zugelassen" für Telefon, Nachrichten und eine Lern-App.
Bildschirmzeit → Inhalte & Datenschutz → iTunes & App Store-Käufe → Käufe auf „Nicht erlauben". In-App-Käufe ebenfalls auf „Nicht erlauben".
Bildschirmzeit → Inhalte & Datenschutz → Inhaltseinschränkungen → Web → Nur erlaubte Websites für jüngere Kinder oder „Inhalte für Erwachsene einschränken" für ältere.
Bildschirmzeit → Ausfallzeiten → Definiere Zeiten (z.B. 21:00–07:00), in denen das Gerät gesperrt ist. Ausnahmen für Telefon, wenn nötig.
Google Family Link (kostenlos)
Family Link App → Kind → Einstellungen → Nutzungszeit. Tagesgrenze und Schlafenszeit-Sperre lassen sich pro Wochentag separat einstellen.
Family Link → Einstellungen → Google Chrome → Nur zugelassene Websites oder „Versucht, nicht jugendfreie Sites zu blockieren". Für unter 10 Jahren: nur zugelassene Websites empfohlen.
Amazon Kids+ & Elternkontrolle
Einstellungen → Kindersicherungen → Kinderprofil hinzufügen. Gib Name, Geburtsdatum und Geschlecht ein. Das Profil ist vollständig vom Erwachsenenprofil getrennt.
Kindersicherungen → Web → Amazon Kids Browser kann ein gefilterter Browser erlaubt werden.
Kindersicherungen → Tägliche Zeitlimits: Separate Limits für Lesen, Bildung und Unterhaltung. Einzigartiges Feature: Lernziele müssen vor Unterhaltungszeit erfüllt werden.
Nintendo Switch Elternaufsicht-App
Systemeinstellungen → Elternaufsicht. 8-stelligen Code aus der App eingeben.
PlayStation Family Management
playstation.com → Account → Familie verwalten: Familienverwalter werden (du als Elternteil) und Kinderkonto mit Geburtsdatum anlegen.
Konsole → Einstellungen → Familie und Elternkontrolle → Beschränkungen. Lege fest, welche USK/PEGI-Stufe erlaubt ist. Kauft das Kind ein höher eingestuftes Spiel, wird eine PIN verlangt.
Einstellungen → Benutzer und Konten → Familie verwalten → Spielzeitlimit. Tages- und Wochenlimits, Schlafenszeit-Sperre.
Familie verwalten → Kommunikationseinstellungen: Nachrichten und Partyeinladungen nur von Freunden erlauben. Für unter 12 Jahren: nur verifizierte Familienmitglieder.
Sicheres Fernsehen für Kinder
Einstellungen → Inhalt → Nur von dir freigegebene Inhalte. Du kannst manuell Kanäle und Videos freigeben, die dein Kind sehen darf. Aufwändiger, aber sicherer.
Profil → Timer: Zeitlimit setzen (15–90 Min). Nach Ablauf erscheint ein Countdown. Pause-Erinnerungen aktivieren für gesunde Pausen.
Wann ist welches Gerät altersgerecht? iPhone, Android, Amazon Fire, Konsolen – alles Schritt für Schritt.
Neue Herausforderung
91 % der 12–19-Jährigen nutzen bereits KI-Tools. Verbote helfen wenig – Aufklärung hilft mehr.
KI-Tools wie ChatGPT, Gemini oder Copilot sind Sprachmodelle: Sie wurden mit riesigen Mengen an Texten trainiert und können menschlich klingende Antworten generieren. Sie „denken" nicht – sie schätzen, welches Wort als nächstes kommt.
58 % der 12–15-Jährigen nutzen ChatGPT für Schularbeiten (JIM 2025). Das ist kein Betrug – wenn man es richtig macht.
KI kann realistisch wirkende Bilder, Videos und Audios von echten Personen erstellen, die nie so gesagt oder getan haben, was gezeigt wird.
KI kann falsche Informationen extrem überzeugend klingen lassen. Die Gegenmittel:
Apps wie Character.AI oder Replika bieten KI-„Freunde" und -„Partner". Safer Internet Day 2026 widmet sich diesem Thema.
Was Kinder bei KI-Tools nicht eingeben sollten:
Mindestalter ChatGPT: 13 Jahre (18 ohne Elternzustimmung in einigen Ländern)
Gemeinsam festlegen
Drucke diesen Plan aus, fülle ihn gemeinsam mit deinem Kind aus und hänge ihn an die Kühlschranktür.
Wir haben gemeinsam vereinbart:
💡 Tipp: Hängt den Vertrag gut sichtbar auf, z.B. an den Kühlschrank. Verträge können und sollen angepasst werden, wenn das Kind älter wird.
Weiterführende Links
Die besten offiziellen Anlaufstellen für Familien – geprüft und kostenlos.
Offizielles EU-Awareness-Center für Internet-Sicherheit. Unterrichtsmaterialien, Elternratgeber, Kampagnen zu KI & Deepfakes.
klicksafe.de ↗Regierungsinitiative BMFSFJ + ARD + ZDF. Kostenlose Online-Elternkurse nach Alter, Mediencoach-Beratung, Medienbriefe zum Download.
schau-hin.info ↗Platform-by-Platform-Guides: TikTok, WhatsApp, Roblox, Fortnite – verständlich erklärt für Eltern. Beste App-Übersicht auf Deutsch.
elternguide.online ↗Für Kinder von 5–12 Jahren: Surfschein-Quiz für Kinder & Eltern zusammen, Lernmodule, Sicherheitstipps. Kindgerechtes Design.
internet-abc.de ↗Österreichisches Safer Internet Centre mit Ratgeber für Eltern, Jugendliche und Pädagogen. Mehrsprachig (DE/EN/TR/AR).
saferinternet.at ↗Beste englischsprachige Quelle für Geräte-Setup-Guides, Ratschläge nach Alter und Inhalte für Kinder mit besonderem Förderbedarf.
internetmatters.org ↗Weltgrößte unabhängige Bewertungsdatenbank für Apps, Filme, Serien, Spiele. Englischsprachig, teilweise kostenpflichtig.
commonsensemedia.org ↗Kostenlose, anonyme Beratungshotline für Kinder & Jugendliche: 116 111. Auch für Eltern: 0800 111 0 550. Mo–Sa 9–17 Uhr.
nummergegenkummer.de ↗Fake-News-Faktenchecks auf Deutsch. Correctiv.org für politische Fakten, Mimikama.at für virale Falschmeldungen und Kettenbriefe.
correctiv.org ↗
Plattform-Guide
Social Media – was steckt dahinter?
Mindestalter, Risiken und Sicherheitseinstellungen für die beliebtesten Plattformen.
TikTok
Mindestalter: 13 JahreInstagram
Mindestalter: 13 JahreWhatsApp
Mindestalter: 13 JahreYouTube
Mindestalter: 13 JahreSnapchat
Mindestalter: 13 JahreDiscord
Mindestalter: 13 JahreHinweis zu Mindestaltern
Alle genannten Mindestalter basieren auf den Nutzungsbedingungen der Plattformen. In Deutschland gibt es kein Gesetz, das die Einhaltung erzwingt. 85 % der deutschen Erwachsenen sprechen sich für ein gesetzliches Mindestalter von 16 Jahren aus. Australien hat als erstes Land weltweit ein Verbot für unter 16-Jährige auf großen Plattformen (Stand: Dezember 2025) eingeführt. In der EU ist eine verbindliche Regelung in Vorbereitung.
🛡️ Das muss jedes Kind über Social Media wissen
Auch gelöschte Inhalte können gescreenshottet worden sein. Nichts posten, was nicht jeder sehen dürfte.
Nie: Adresse, Schule, Handynummer oder Gesicht in der Öffentlichkeit teilen.
Online-Bekannte, die nie getroffen wurden, sind Fremde – egal wie nett sie erscheinen.
Bilder, Gruppeneinladungen, Anfragen: Du musst nichts tun, was sich falsch anfühlt.
Alle Plattformen haben einen Melde-Button. Nutze ihn. Und erzähle einem Erwachsenen davon.
Follower und Likes sind keine echten Freundschaften. Dein Wert hängt nicht an Zahlen.