Orientierung statt Stoppuhr

Wie viel Bildschirmzeit ist okay?

Es gibt keine magische Zahl – aber klare, evidenzbasierte Leitplanken von WHO, AAP und dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Stellen Sie unten das Alter Ihres Kindes ein.

Bildschirmzeit-Rechner

Wie alt ist Ihr Kind?

8 Jahre

    Gemeint ist Freizeit-Bildschirmzeit – schulische Nutzung zählt nicht dazu. Quellen: WHO-Leitlinien, AAP, BVKJ.

    Empfehlungen nach Alter

    Alter
    Empfehlung
    Hinweis
    0–2 Jahre
    Keine
    Außer Videotelefonat mit Bezugsperson
    3–5 Jahre
    30 Min./Tag
    Immer gemeinsam schauen
    6–9 Jahre
    45–60 Min.
    Keine Bildschirmzeit vor Hausaufgaben
    10–13 Jahre
    1–1,5 Std.
    Klare Regeln gemeinsam festlegen
    14+ Jahre
    Qualitätsfokus
    Gespräch über Nutzung wichtiger als Kontrolle
    Wichtiger als die Menge: Was schaut das Kind? Mit wem? Wie fühlt es sich danach? Eine Stunde gemeinsames Quiz schlägt zehn Minuten endloses Scrollen.

    Grenzen, die ohne Streit funktionieren

    Sechs Strategien, die sich in Familien bewährt haben – getestet im echten Alltag, nicht im Labor.

    🍽️
    Bildschirmfreie Zonen statt Minutenzählen

    Beim Essen, im Schlafzimmer, eine Stunde vor dem Schlafen: feste Tabuzonen sind leichter durchzuhalten als ein Minutenkonto – und gelten für alle, auch die Eltern.

    📅
    Wochenbudget statt Tageslimit

    Ein Wochenbudget (z.B. 7 Stunden für ein 10-jähriges Kind) erlaubt einen Filmabend am Wochenende, ohne jeden Tag zu diskutieren. Das Kind lernt, sich Zeit einzuteilen.

    🏁
    In Einheiten denken, nicht in Minuten

    „Noch eine Folge“ oder „noch eine Runde“ ist für Kinder greifbarer als „noch 12 Minuten“ – und vermeidet den Frust, mitten im Spiel abbrechen zu müssen.

    🤝
    Regeln gemeinsam festlegen

    Regeln, die das Kind mitentwickelt hat, werden eher eingehalten. Unser Medienvertrag-Generator macht daraus in 5 Minuten ein gemeinsames Dokument.

    🪞
    Vorbild schlägt Vorschrift

    Kinder übernehmen, was sie sehen. Wer beim Abendessen selbst aufs Handy schaut, verliert jede Regel-Diskussion. Die eigene Nutzung ehrlich prüfen – das wirkt mehr als jedes Limit.

    🔄
    Übergänge ankündigen

    „In 10 Minuten ist Schluss“ wirkt besser als ein abrupter Abbruch. Noch besser: das Ende an etwas Konkretes koppeln – nach dieser Folge, nach diesem Level.

    Hinschauen

    Wann wird es zu viel?

    Nicht die Stundenzahl allein entscheidet, sondern was die Nutzung mit dem Kind macht. Diese Signale sind ein Anlass für ein ruhiges Gespräch – nicht für Panik oder sofortigen Entzug.

    Mehrere Signale über Wochen? Dann lohnt ein Gespräch mit dem Kinderarzt oder der Erziehungsberatung. Die Nummer gegen Kummer berät auch Eltern: 0800 111 0 550.
    • Hobbys, Sport oder Freunde werden für Bildschirmzeit aufgegeben
    • Starke Unruhe oder Wutausbrüche, wenn das Gerät weggelegt werden soll
    • Schlafprobleme oder ständige Müdigkeit am Morgen
    • Schulleistungen fallen über mehrere Wochen ab
    • Heimliche Nutzung nachts oder bei Verboten
    • Essen wird unregelmäßig oder nebenbei am Bildschirm eingenommen
    • Das Kind wirkt nach der Nutzung regelmäßig gereizt oder bedrückt

    Aus Empfehlung wird Vereinbarung

    Halten Sie die Bildschirmzeit-Regeln gemeinsam mit Ihrem Kind schriftlich fest – unterschrieben von beiden Seiten.

    Medienvertrag erstellen → Apps im App-Check prüfen